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die Frage: 25 Jahre Kolchose. Was war, was bleibt?

Johannes "Strachi" Strachwitz, Gründer des 0711Büro in Stuttgart.

 

 

25 Jahre Kolchose. Was war, was bleibt? 

 

„Wir waren damals einfach alle ein Haufen Jugendlicher, die vom Hip-Hop-Virus angesteckt waren. Hip-Hop war für uns ein Lebensgefühl. Eine Bestimmung. Unsere absolute Leidenschaft. Und da steckt ja schon das Wort "Leiden schaffen" drinnen. Das traf auch ganz gut zu. Meistens hat es nämlich unseren Eltern Leiden verschafft.

 

Einige von uns zogen nachts als Graffiti-Writer über die Bahngleise. Andere verrenkten sich als Breakdancer die Knochen. Am besten waren noch die Eltern der Rapper und der DJs dran. Die schrieben nur Texte oder legten auf Parties auf.

 

Das war die Zeit, in der man noch 30 Pfennig in der Tasche haben musste, um seine Eltern aus einer Telefonzelle zu informieren, wenn man die letzte S-Bahn von der Hip-Hop-Jam aus Beutelsbach verpasst hatte und nicht irgendwo auf der Bank draußen übernachten wollte. Wir fuhren auf die Jams, die überall in Europa stattfanden. Du gingst durch andere Städte und warst immer auf der Suche nach anderen „Gleichgesinnten“.

 

Die Events waren voll mit Aktiven. Es gab damals nicht dieses reine „Zuschauer/Künstler“-Ding. Damals war gefühlt weit mehr als die Hälfte aller Besucher irgendwie aktiv. Die Breakdancer tanzten gegeneinander in Kreisen, die sich im Publikum bildeten. Die Graffiti-Maler zeigten sich gegenseitig ihre Skizzenbücher, die sogenannten Blackbooks. Die MCs und DJs performten auf der Bühne. Jeder hatte Respekt vor der Leistung des anderen. Auch wenn jeder immer der Beste zu sein glaubte und auch versuchte der Beste zu sein. Aber beinahe jeder trug irgendetwas zu allem bei. Einige Aktive hatten Heldenstatus in der deutschen oder sogar weltweiten Hip-Hop Szene. Und alle einte die Liebe zu dieser Jugendkultur, die mit so einer Vehemenz aus den USA zu uns rüber geschwappt war, dass sie uns beinahe erschlagen hat. Und niemand gab etwas auf die Hautfarbe oder den sozialen Status eines anderen. Es zählte nur was jemand „drauf hatte“.

 

Das war die Umgebung, in der ein paar Jugendliche aus Stuttgart sich zusammenschlossen und beschlossen sich Kolchose zu nennen. Wir wussten damals noch nicht, dass wir deutsche Musikgeschichte mitschreiben würden und das Bild von Stuttgart nach außen in unserer Generation nachhaltig mitprägen würden. Darauf sind wir stolz und aktuell auch sehr dankbar, dass das mit einer Ausstellung im Stadtmuseum nun so gewürdigt wurde. Vielen Dank.“

 

 

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