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die Frage: Sind Algorithmen die neuen Designer?


Sind Algorithmen die neuen Designer?

„Jede technologische Entwicklung in der Berufswelt des Designers sorgte in der Vergangenheit für massive Disruption. An deren Ende stand und steht jedoch nicht der Abschied vom Designer, sondern die Evolution seiner Rolle. Schon seit Jahren findet ein Paradigmenwechsel im Design statt: Die Rolle des Designers erstreckt sich nicht mehr nur auf den Gestaltungsprozess, er wird vielmehr zum Programmierer seiner dynamischen digitalen Werkzeuge. Mithilfe generativer Gestaltung eröffnen sich Möglichkeiten, die nicht nur unsere ästhetische Wahrnehmung verändern, sondern die Designprozesse drastisch beeinflussen und vereinfachen.

Generatives Design stellt für Gestalter und Produktentwickler eine inzwischen etablierte Entwurfsmethode dar. Das liegt vor allem daran, dass neue Entwicklungsumgebungen es Gestaltern vergleichsweise leicht machen, ihre Ideen umzusetzen. Die Programmierung wird zum Entwurfsmedium. Der umfassende Gestaltungsprozess, der zu einer Neu- oder Umgestaltung führt, wird zum iterativen strukturierten Prozess. Schon heute arbeiten wir mit Algorithmen, die in der Lage sind, sehr komplexe Design-Briefings zu erstellen, deren Funktionalität zu verifizieren und zu validieren. Mit der Fähigkeit auf Erfordernisse flexibel und ‚uneitel‘ zu reagieren, wird Design zur evolutionären Disziplin. Dennoch bleibt die Autorenrolle über den gesamten Prozess in der Verantwortung des Designers.

Das Wunderbare am Design ist – man muss kein Designer sein, um emotional berührt zu werden. Wir teilen seit Jahrhunderten eine visuelle Kultur und fühlen Design, bevor wir es verstehen. Die Aufgabe der Designer wird weiterhin sein, zu allererst Emotionen auszulösen und erst dann Informationen zu gliedern.

Ob Algorithmen in naher Zukunft in der Lage sein werden, ikonisches Design hervorzubringen, das uns bewegt, das uns emotional berührt, bleibt abzuwarten. Feststellen lässt sich, dass die neue Partnerschaft von Mensch und Maschine Chancen und Möglichkeiten bietet, die immensen Einfluss auf unsere Kultur und Umwelt haben wird. Designer gewinnen neue Freiräume, um sich auf unkonventionellen Wegen außergewöhnlichen Lösungen zu nähern. Das Ende des Designers ist nicht in Sicht, lediglich seine Rolle muss neu beschrieben werden.“

Christian Schiller, Geschäftsführer von Gold und Wirtschaftswunder in Stuttgart

Präsentation des Buches „Generative Gestaltung – Creative Coding im Web“ am 3. Mai, 19 h, im Imperia Store, Gerber, Stuttgart

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