die Frage: Was ist das Ausstellungsdesign der Zukunft?

28.10.2020
Foto: Kerstin Neumann-Teufel

Was ist das Ausstellungsdesign der Zukunft?

„In unserem Exhibition Design Institute an der Hochschule Düsseldorf forschen wir stetig an der Zukunft des Ausstellungsdesign. Um die Zukunft zu gestalten ist der Blick in die Vergangenheit unerlässlich. Der Österreicher Friedrich Kiesler hat bereits in den 1920er Jahren das Ausstellungsdesign revolutioniert. Sein ‚Träger und Leger System‘ schaffte erstmals einen fluiden Raum, frei von Wänden und visuell störenden Begrenzungen. Ausgehend von der Geschichte haben sich Lehrende, Studierende und Mitarbeiter des Instituts in einem mehrjährigen Forschungsprojekt mit der Zukunft des Ausstellungsdesigns beschäftigt. Entstanden sind wahre ‚Design-Kunst-Werke‘ die ausgestellt, diskutiert und kritisch reflektiert wurden.

Das Museum und Ausstellungen schreiben trotz der Covid-19-Pandemie zum Glück weiter an einer Erfolgsgeschichte. Der Blick einmal rund um die Welt zeigt im Fokus eine immer noch steigende Zahl von herausragenden Präsentationen mit vielfältigen Themen, Inhalten und wegweisenden Gestaltungen für die Zukunft. Und wichtiger denn je: ‚Exhibitions‘ sind verlässliche Orte für demokratisierende Wirkungen.

Ein alarmierender Paradigmenwechsel für das Museum steht nicht an, alles, was analysiert und gesagt werden musste, ist offenbar lange schon Konsens – jetzt gilt es, das Wissen und Handwerkszeug neu anzuwenden. Die Folie für die großen Weltentwürfe und die kleinen Wirkungen liegt hier. Immersive und effektive Wissensräume sind sozusagen in der Inszenierung gemischter Realität denkbar. Das Museum kann für Menschen Räume schaffen, in denen sie sich selbst finden können. Und zwar im ganz konkreten, realen Sinne, wie auch als transzendente Erfahrung.

In unserem neuen Buch ‚New Exhibition Design‘ Band 3 weist der Direktor des New Institutes in Rotterdam Gustav Beumer in die Zukunft des Ausstellungsdesign: ‚Lernen wir von den Ausstellungen und Ausstellungsmachern, ziehen wir aus ihrem Wissen über das Temporäre das für uns Nötige heraus und schöpfen aus dem Reichtum an all dem Vergessenen, Problematisierten oder Verdrängten, wo wir doch so viel Potenzial finden können.‘ Ein besseres Schlusswort zur Zukunft des Ausstellungsdesign kann es nicht geben.“

Prof. Philipp Teufel leitet zusammen mit Prof. Uwe Reinhardt aus Stuttgart das EDI Exhibition Design Institute und gemeinsam geben sie die Buchreihe „New Exhibition Design“ heraus.

DER REGIONAUT IST NOCH IN DER LERNPHASE