die Frage: Worauf fokussiert sich der erste Nachtmanager in der Region Stuttgart?

29.03.2021
Foto: Gabriel Dahmen

Wir stellen jeden Monat einer Persönlichkeit einer Teilbranche der Kreativwirtschaft eine Frage zu aktuellen Entwicklungen in ihrer Branche. 

Herr Runge, worauf fokussiert sich der erste Nachtmanager in der Region Stuttgart?

„Eine Strategie, welche die aktuell wichtigen Themen der Akteur:innen des Nachtlebens ebenso berücksichtigt, wie die nachhaltige Positionierung des Nachtlebens als Standortfaktor der Region Stuttgart, ist grundlegend. Diese muss einen Mix aus ökonomischen, kulturellen und sozialen Themenkomplexen beinhalten. Hierfür sollten die Wünsche und Interessen der unterschiedlichen Stakeholder abgefragt werden, um diese dann in die Strategie einfließen zu lassen. Die Frage nach dem Fokus ist gar nicht so leicht zu beantworten, da die Arbeit der Koordinierungsstelle Nachtleben ein sehr weites Spektrum umfasst und neben dem Nachtmanager noch eine zweite Person in der städtischen Verwaltung als Projektleiter daran beteiligt ist. Da die Doppelstelle neu konzipiert wurde, stehen wir zunächst vor der Herausforderung, genau dieses Spektrum im Detail zu erörtern.

Sicherheit, Nachhaltigkeit, Diversität, Studien, Konferenzen, Förderprogramme, kulturelle Anerkennung, usw. – es gibt viele wichtige Themen und Bereiche, welche meinem Verständnis nach in dieser Strategie berücksichtigt werden sollten.

Kurzfristig ist der Erhalt der freien Projekte Contain´t, Stadtacker und der Waggons enorm relevant für Stuttgarts vielfältiges Kulturprogramm. Diese Experimentierräume leisten einen wichtigen Beitrag für die Förderung junger Talente unterschiedlicher Sparten und schaffen es, unterschiedlichste Menschen niederschwellig zusammenzubringen.

Aktuell ist es wichtig, dass der Gastronomie ebenso wie den Clubs und Livespielstätten unbürokratische Alternativen geboten werden sollten. Schnellteststrategien, wie zum Beispiel das „Konzept zur erweiterten Teststrategie“ vom Club Lehmann, ein Außen- und Freiflächenkonzept wie vom Club Kollektiv oder Parklets für die Erweiterung der Außenflächen der Gastronomie– alles könnte (alternative) Öffnungen fördern und ein Stück Normalität für Gäste so wie Umsätze und auch Präsenz für Betreiber:innen ermöglichen. Ich denke, es ist essenziell, dass hier extrem schnell gehandelt wird. Langfristig könnten die Freiflächen dann eventuell der freien Szene zugutekommen und somit als weitere Experimentierfläche von alten und neuen Projekten genutzt werden.

In allen Fällen freue ich mich sehr auf die anstehende Zeit und die spannenden Projekte!“

Nils Runge, erster Nachtmanager, Pop-Büro Region Stuttgart der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS)