CINEMA: EU-Projekt zur Belebung von Innenstädten durch Kreative

Seit Juli 2020 sind wir Partner des EU-Förderprojektes CINEMA („Creative Industries for new Urban Economies in the Danube Region“). Das Projekt hat das Ziel, in den teilnehmenden Regionen des Programmgebiets Donauraum die Leerstände in Innenstädten genauer unter die Lupe zu nehmen und sie mit Hilfe von Kreativschaffenden zu neuem Leben zu erwecken.

Jede der 8 Partnerregionen setzt mindestens ein Best Practice Beispiel um und plant, ihre jeweilige „Pilot Location“ mit der Hilfe von Kreativschaffenden in ein neues Licht rücken. In der Region Stuttgart ist dieses Beispiel die Stadt Herrenberg. Mit Hilfe und Unterstützung der lokalen und regionalen Kreativwirtschaft wollen wir den stationären Einzelhandel in der Altstadt und leerstehende Ladenlokale neu bespielen und damit der Innenstadt zu neuem Leben verhelfen.

Als erste Maßnahme fand Anfang Februar dazu ein virtueller Hackathon statt, in dem Kreative, Einzelhändler und Gastronomen aus Herrenberg sowie Studierende der HdM innovative Ideen zur Zukunft des Konsums und des städtischen Miteinanders entwickelten. Zur Vorbereitung erhielten die drei Teams mit jeweils 5-6 Teilnehmern Informationen zum Projekt, zum Ablauf der Veranstaltung, zur Stadtentwicklung sowie den aktuellen Herausforderungen des stationären Einzelhandels und der Gastronomie. Begleitet wurden die Teams jeweils von einem Projekt-Coach. Während der drei Veranstaltungstage erarbeiteten sie jeweils ein Konzept, das sie am letzten Tag einer siebenköpfigen Jury vorstellten. Diese ermittelte anhand von Kriterien wie Innovation, Nachhaltigkeit oder Umsetzbarkeit die Gewinner-Idee.

Das Rennen machte der Vorschlag „Chamäleon Spaces“ – ein flexibles Konzept, bei dem verschiedene Nutzungsansätze im Wechsel zum Tragen kommen. Dabei sollen Ideen aus der Bürgerschaft und der regionalen Kunst- und Kulturszene für die Gestaltung der Flächen genutzt werden. Angebote aus Einzelhandel, Gastronomie und „New Work“ sollen mit Kunst und Kultur fusionieren. Voraussichtlich ab Sommer 2021 soll das Konzept in der Herrenberger Innenstadt umgesetzt werden. Dann könnte dort beispielsweise ein Pop-up-Store mit Coworking-Café entstehen, der zum Ausstellungsort, zum Arbeitsraum für Kreative oder am Wochenende zur Bar werden kann. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass das Konzept zu einem bunteren Stadtbild beiträgt und mehr Menschen in die Innenstadt locken könnte.

Hintergrund:

Die Wiederbelebung urbaner Zentren ist eine zentrale Herausforderung für den sozialen Zusammenhalt und die Wettbewerbsfähigkeit des Donauraums. Viele Innenstädte leiden unter Verödung in Folge des industriellen Wandels, veränderter Konsumgewohnheiten, Suburbanisierung usw. Die Kreativwirtschaft ist eine Wiege der Innovation und häufig ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor, mit einem hohen Potenzial zur Erneuerung städtischer Gebiete. Ziel von CINEMA ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Kreativwirtschaft und die Stadterneuerung in den Partnerregionen, u.a. durch die Entwicklung und Erprobung innovativer Modelle, Instrumente und Dienstleistungen. Grundlage hierfür sind Maßnahmen zur gegenseitigen Befruchtung zwischen der Kreativwirtschaft und den Sektoren der städtischen Wirtschaft wie Einzelhandel und Kleinunternehmen. Im Laufe des Projekts werden Kapazitäten aufgebaut und die Zusammenarbeit aller Akteure und Interessengruppen gefördert durch die konkrete Ansiedlung von Kreativschaffenden in urbanen Leerständen. Diese sollen als Blaupause für weitere Regionen und Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

Laufzeit: 01.07.2020 – 31.12.2022

Budget: 2.249.073,50 Euro, davon 85% finanziert über ERDF/ENI/IPA Mittel der Europäischen Union

Partner:

Slowenien: Chamber of Commerce and Industry of Slovenia (Lead Partner) / Regional Development Agency of the Ljubljana Urban Region (PP5) / Municipality of Kamnik SI, SLOVENIJA (Ass. Partner) Slowakei: Creative Industry Košice (PP1) / Agency for the Support of Regional Development Košice (PP2) / Košice Self-governing Region SK (Ass. Partner) Deutschland: Hochschule der Medien (HdM) (PP3) / Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) (PP4) Rumänien: West Regional Development Agency (PP6) / Resita Municipality (PP7) Bulgarien: Studio Komplekt (PP8) / Gabrovo Municipality (PP11) / Plovdiv Regional Administration (Ass. Partner) Österreich: Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH (PP9) / CIMA Consulting and Management (PP10) / City of Leonding (PP12) / City of Linz (Ass. Partner) Serbien (IPA II – Instrument for pre-accession assisstance): Regional Development Agency Backa (IPA PP1) / City of Sombor (IPA PP2) / City of Novi Sad – City Administration for Culture (Ass. Partner) Moldawien (ENI – European Neighbourhood Instrument): North Regional Development Agency (ENI PP1) / Balti City Hall (ENI PP2)