Zu Gast bei: Sattler Lighting

„Wir bringen nichts auf den Markt, was es so schon auf dem Markt gibt.“

Der Besuch eines regionalen Kreativunternehmens hat uns dieses Mal inmitten des Göppinger Industriegebiets gebracht. Das Gebäude der Firma Sattler sieht bereits von außen sehr modern aus. Einer der Geschäftsführer, Sven Sattler, nimmt uns herzlich in Empfang. Unser Blick schweift durch den imposanten Eingangsbereich und wir wissen, dass wir an der richtigen Adresse sind: Riesige Leuchten in verschiedenen Formen und Größen, von der meterhohen Decke hängend, an der Wand befestigt oder auf dem Boden stehend erfüllen den Raum. Es handelt sich dabei um Ringleuchten in verschiedenen Größen und Formen, um Stablampen, die wie Mikados von der Decke „fallen“ und Standleuchten, deren Leuchtköpfe in alle Richtungen gedreht werden können.

Das familiengeführte Unternehmen Sattler Lighting befindet sich bereits in dritter Generation, erklärt uns Sven Sattler, während er uns durch die Eingangshalle führt. Gegründet von dem Großvater Hans Sattler in den 50-er Jahren war es einst ein Elektro-Installationsbetrieb. Unter Ulrich Sattler, dem Vater, entwickelte sich eine Lichtplanungsfirma. Heute, geführt von den beiden Brüdern, Sven und Tim Sattler, ist ein weltweit renommierter Leuchtenhersteller entstanden. Die tiefen familiären Wurzeln zeigen sich ebenfalls in dem kompetenten Kernteam der Firma. Die rund 65 Mitarbeiter*innen sind meistlangjährig angestellt und fester Bestandteil der Erfolgsgeschichte. Auch bei den Leuchten zeigt sich der familiäre Grundgedanke – in der Produktionslinie bleibt eine Leuchte selten allein. Von der Produktseite gesehen hat das Unternehmen drei Standbeine, erläutert Sven Sattler. Dazu zählen zum einen die dekorativen Leuchten, die technischen Leuchten, die beispielsweise in Büros Verwendung finden, und die Individual- und Sonderleuchten in Rathäusern, gewerblichen Objekten und hochwertigen Wohngebäuden. Weltweit sind ihre Leuchten bekannt, spätestens seit der Erfindung der Ringleuchte im Jahr 2008. Mit einem Schmunzeln sagt Sven Sattler: „Wir haben nicht das eine Gebäude, wo wir unbedingt drin sein sollen. Wir sind da mittlerweile etwas verwöhnt und können bei einigen Gebäuden ein Häkchen dran machen – das geht vom Empire State Building bis zu markanten Gebäuden in Deutschland und namenhaften Firmen.“

„Es gibt keinen zweiten wie uns in Deutschland oder weltweit. Von den Möglichkeiten her und von dem, was wir dann dementsprechend umsetzen.“

Der typische Designprozess kann auf zwei wesentliche Arten gefunden werden, erklärt Sven Sattler. Dabei stehe die Originalität im Vordergrund: Auf der einen Seite hat das Unternehmen durch den Vater, Ulrich Sattler, einen Inhouse-Designer und Experten. Auf der anderen Seite kooperieren sie vorwiegend mit regionalen Kreativen, wie beispielweise dem Stuttgarter Architekturbüro Blocher Partners oder Code 2 Design aus Filderstadt. Inspiriert sind die Leuchten auf unterschiedlichste Weise. Die Avveni Standleuchte wurde zum Beispiel nach Vorbild des menschlichen Schultergelenks entwickelt, wodurch der Kopf der Leuchte anhand eines Magnetgelenks frei beweglich ist. Essenziell bei der Entwicklung einer Leuchte ist die Integration des Teams. Sie sind Expert*innen auf ihrem Gebiet und so werden Lösungen gefunden, die nicht nur äußerlich gut aussehen, sondern auch funktional sind: „Was wir in einem Produkt zusammenbringen, die Essenz des Ganzen, ist auf der einen Seite das Design, die Materialität, die Haptik und auf der anderen Seite die Funktionalität.“ Nur so können die Leuchten dem hohen Qualitätsanspruch gerecht werden. Durch filigrane Seile und reduziertes Design werden die Leuchten zum Schweben gebracht, so dass selbst die 1,2 Tonnen schwere Leuchte im CCH Kongresszentrum in Hamburg ein Gefühl von Leichtigkeit im Raum vermittelt.

Besonders ist auch, dass sie keine Leuchte auf Lager haben. Das sei einfach nicht möglich. Eine Leuchte hat tausende Variabilitätsmöglichkeiten, von der Wahl des Materials zu der Größe und der Elektrik. Hinzu kommt, dass sich LED Leuchten ständig verbessern, weshalb selbst nach einem halben Jahr die Technik wieder veraltet sein kann. Die individuelle Anpassung umfasst weitaus mehr als die Anpassung des Designs einer Lampe. Nach dem Motto „Alles ist möglich“ entsteht durch die Fusion von Akustik, Sensorik und Licht ein auf den Raum und die gewünschte Funktion perfekt angepasstes Produkt.

Qualität heißt für das Unternehmen auch, nachhaltig zu produzieren. Mit Sattler RE trägt das Unternehmen seinen Teil zur Kreislaufwirtschaft bei. Im Werk selbst ist alles von den Designanfängen, zur Fertigung, Produktion und Herstellung vertreten. Die Materialien und Rohlinge beziehen sie aus regionalen Betrieben, wodurch sie stolz das Siegel „Made in Germany“ tragen. Mithilfe der Rücknahmegarantie der Leuchten, der damit verbundenen Aufwertung und dem Wiederverkauf schließen sie den Kreislauf.

Wie würde das Projekt eurer Träume aussehen?

„Da schlagen verschiedene Herzen.“, meint Sven Sattler. Einerseits möchte man noch eins draufsetzen und etwas noch Größeres als das, was es bereits in Hamburg gibt, machen. Andererseits sind Produkte, die das Leben leichter machen, sehr wertvoll: „Das Projekt der Träume ist auch das Projekt, bei dem man weiß, dass jemand die Qualität, die Oberflächen und die Details, die wir machen, wertschätzt – und im besten Falle wird das Ganze halt tausendfach produziert.“